V.rustica Weilheim

Als "Villa rustica" wird ein römisches Landgut bezeichnet. Der Name Weilberg verweist auf die Überreste der Anlage, die auch in der nachrömischen Zeit noch deutlich zu sehen waren. 1309 wird der Hang zu Wille genannt, worin sich das Wort Villa verbirgt. Im 18. und 19. Jahrhundert musste auf die Trümmerstelle bei der Anlage von Weinbergmauern Rücksicht genommen werden, sodass sich die Flurstücke im wesentlichen heute noch an der Ausrichtung der antiken Villa orientieren. Ein Teil der Anlage wurde mit Erde überdeckt und Mauern vorgeblendet. Nicht zuletzt deshalb ist die Anlage besonders gut erhalten. Größere Ausgrabungen begannen 1981, als die Anlage bei der Rebflurbereinigung erfasst wurde. Das Weingut ist heute als Freilichtmuseum zugänglich. Einige Gebäude wie das Haupt- oder Herrenhaus sowie ein Kelterhaus sind teilrekonstruiert.Im Bereich der Hofanlage sind Spuren einer Besiedlung der Spät-La-Tène-Zeit entdeckt worden, die bis etwa 50 v. Chr. reichen.
Von der frühesten Holzbauphase ist die genaue Ausdehnung unbekannt. Der Ausbau in Stein erfolgte zu Beginn des 2. Jahrhunderts n. Chr., wobei das mächtige, mehrgeschossige Herrenhaus entstand. Verschiedene Umbauten daran fanden bis in das 4. Jahrhundert statt.

Vermutlich als Folge von Germaneneinfällen wurde die Anlage um die Mitte des 4. Jahrhunderts zerstört. Münzfunde, darunter zwei kleine Schatzfunde, weisen als jüngste Prägungen das Jahr 348 n. Chr. auf. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts wurde etwas unterhalb ein kleineres Gut, teilweise unter Einbeziehung noch vorhandener Nebengebäude errichtet.

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